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Lea Feder von Jetzt Performance: Warum normale Blutwerte ihre Firma ruinieren

26. Mai
3 Min. Lesezeit

Lea Feder von Jetzt Performance im Entscheider Magazin
Lea Feder von Jetzt Performance

Die meisten Unternehmer glauben, sie seien gesund, weil ihr Arzt nichts findet. Ein fataler Irrtum. Während sie mit "normalen" Blutwerten durch den Tag stolpern, treffen sie schlechte Entscheidungen, verlieren den Fokus und merken nicht, wie ihre Performance schleichend kollabiert. Lea Feder, Ärztin, Bioinformatikerin und ehemalige Leistungssportlerin, kombiniert medizinisches Fachwissen mit Erkenntnissen aus dem Leistungssport: "Nicht krank sein ist nicht dasselbe wie leistungsfähig sein."


Das Problem liegt im System: Ärzte dürfen nur Krankheiten behandeln, nicht Gesundheit optimieren. Wer als Unternehmer auf das Gesundheitssystem wartet, wartet zu lange. "Für mich ist ein Unternehmer wie ein Leistungssportler. Der verdient sein Geld damit, dass er funktioniert. Je besser er funktioniert, desto mehr verdient er", sagt Feder.


Optimalwerte statt Normalwerte als neuer Standard

Lea Feder erklärt den fundamentalen Unterschied: "Die Schulmedizin arbeitet mit Normalbereichen, der aufgebaut ist aus dem Durchschnitt aller Messungen. Der Durchschnitt ist oft an kranken Menschen orientiert und nicht an gesunden. Wenn viele Proben von kranken Menschen analysiert werden, kann man relativ krank sein und trotzdem in einem Normalbereich landen." Sie setzt dagegen auf Optimalwerte aus der Leistungssportmedizin.


Ein konkretes Beispiel ist der Ferritinwert. Während Labore oft einen Normalbereich ab 20 definieren, zeigt die Praxis: Unter 100 sind Menschen chronisch müde und infektanfällig. "Da fehlt messbar Leistungsfähigkeit. Wir sehen schlechte Herzratenvariabilität, schlechte Schlafqualität, niedrige Belastbarkeit", so Feder. Die normale Schulmedizin würde hier keine Handlungsnotwendigkeit sehen.


Diese Parameter entscheiden über deine Performance

Feder empfiehlt, folgende Parameter genau anzuschauen: hormonelle Gesundheit, Stress, Schlafqualität, Mikronährstoffversorgung und Blutzuckerschwankungen. Die Messungen erfolgen in unterschiedlichen Intervallen – Blutdruck monatlich für 24 Stunden, Blutzucker alle zwei Wochen für zwei Wochen kontinuierlich, Blutwerte halbjährlich.


"Wir arbeiten immer über ein Jahr zusammen, kürzer geht nicht", erklärt Feder. Ihr Konzept: Sie übernimmt die komplette Koordination der Präventivmedizin und erinnert ihre Kunden an notwendige Nachkontrollen – vom Kardiologen-Termin bis zum Ultraschall. "Die lagern das an uns aus. Wir sammeln alles und koordinieren das."


Die Ergebnisse sind messbar: Im Durchschnitt verbessert sich die Herzratenvariabilität um 48 Prozent in den ersten sechs Monaten. Diese Verbesserung zeigt sich konkret im Geschäftsalltag durch bessere Entscheidungsqualität, längere Konzentrationsphasen und höhere Stressresistenz.


Investition in Mitarbeitergesundheit als Umsatzquelle

Feder arbeitet primär mit inhabergeführten Unternehmen und positioniert betriebliches Gesundheitsmanagement nicht als Benefit, sondern als strategische Führungsaufgabe. „Warum mache ich das alles für meine Mitarbeiter? Damit mein Unternehmen besser läuft“, stellt sie klar. Wenn sie kein gesundes Essen anbietet, sieht die Alternative so aus: Mitarbeiter gehen zum Dönerladen und liegen danach zwei Stunden im Foodkoma und arbeiten unfokussiert, während das Unternehmen die Arbeitszeit bezahlt.


Baue ein Gesundheitskonzept ein, dass du mehr Geld machst und glücklichere Mitarbeiter hast – nicht, weil es ein Benefit in der Mitarbeitergewinnung ist!


Die Rechnung ist eindeutig: Pro Burnout-Fall muss die Stelle neu besetzt werden zu eineinhalb Mal das Jahresgehalt. Viele Unternehmen haben Burnout-Raten von 10 bis 15 Prozent. "Sobald ich das Wort Burnout in den Mund nehme, kommen Geschäftsführern teilweise die Tränen", berichtet Feder. Die emotionale Bindung zu langjährigen Mitarbeitern ist stark – die Reflexion über die eigene Verantwortung setzt meist erst nach dem Verlust ein.


KI-gestützte Skalierung für Führungskräfte

Für grössere Unternehmen hat Feder ein angepasstes Konzept entwickelt: Statt persönlicher Gespräche erhalten Führungskräfte Videos, die auf Basis ihrer individuellen Messdaten freigegeben werden. Das System analysiert die Daten und verschickt die passenden Inhalte und Empfehlungen.


"Wir wollen es noch interaktiver gestalten, sodass die KI auch Fragen beantworten kann", erklärt Feder die Weiterentwicklung. Das Ziel: Das systematisierte Gesundheitsmanagement in die Fläche bringen, ohne die Qualität zu verlieren.


Warum das System nicht rettet

Feders langfristige Vision ist der Aufbau eines eigenständigen Gesundheitsökosystems, das sinnvoll mit dem bestehenden System kooperiert. Der Fokus liegt auf Prävention statt Reaktion – ein Ansatz, den das aktuelle Gesundheitssystem strukturell nicht abbilden kann, da Ärzte nur Krankheiten behandeln dürfen, aber keine Gesundheit optimieren.


"Wenn ein Patient mit einem Ferritinwert von 25 kommt, darf der Arzt ihm kein Eisen empfehlen, weil das nicht leitliniengerecht wäre", erklärt Feder die systemischen Grenzen. Erst wenn der Wert unter den Normbereich fällt, zahlt die Krankenkasse.


Erste Schritte von Lea Feder

Feder empfiehlt Unternehmern einen konkreten ersten Schritt: Blutdruck messen und einen Schlaftracker anschaffen. Ein Ringmessgerät gilt dabei als genauestes Gerät, da die Ringmessung am Finger präzisere Daten liefert als Handgelenksmessungen.


Wichtig ist die professionelle Analyse der gesammelten Daten. "Diese Tools sehen immer nur einen Bereich. Wertvoll wird es, wenn jemand die Zusammenhänge checkt", betont Feder. Ohne Kontext und Interpretation bleiben die Messungen wertlos. Das Problem ist auch, dass diese Messgeräte zwar angeben, als wäre alles im grünen Bereich, jedoch die Algorithmen oft falsch sind und nur schauen, was sich zu deinem Normwert verändert hat.



 
 
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