Schweizer Wirtschaft 2026: Die Zahlen lügen nicht
- Fabian Helfenstein
- 9. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Die Prognosen für 2026 sind da. Und sie sind brutal ehrlich.
Die KOF senkt ihre Wachstumsprognose von 1,5% auf 0,9%. Das sind nicht einfach Zahlen auf Papier. Das sind fünf Milliarden Franken, die fehlen werden.
Zwischen 7500 und 15'000 Stellen könnten verschwinden. Nicht irgendwann. Sondern in den nächsten Monaten.
Die MEM-Industrie blutet
Der Geschäftsklimaindex der MEM-Branche liegt bei -37 Punkten. Das ist der tiefste Stand seit Januar 2021.
Drei von vier Betrieben bewerten ihre Lage als ungünstig. 21% nutzen bereits Kurzarbeit. Bei über der Hälfte davon sind mehr als 40% der Belegschaft betroffen.
Das zehnte Quartal in Folge mit negativem Vorzeichen. Zehn Quartale. Das ist kein Ausrutscher mehr. Das ist ein Muster.
Rund 40% der MEM-KMU rechnen im vierten Quartal 2025 mit weiteren Rückgängen. Bei Aufträgen. Bei Umsatz. Bei Margen.
Deine Kaufkraft schrumpft
Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes, bringt es auf den Punkt: "Die Löhne liegen nach Abzug der Teuerung auf dem Niveau von 2020."
Fünf Jahre Stillstand. Während die Krankenkassenprämien 2026 um durchschnittlich 4,4% auf 393 Franken pro Person steigen.
Der Konsum pro Einwohner geht zurück, wenn du das Gesundheitswesen rausnimmst. Das ist kein vorübergehendes Phänomen. Das ist ein historisches Kaufkraftproblem.
Die Zahlen zeigen: Dein Geld ist weniger wert als vor fünf Jahren. Trotz Arbeit. Trotz Leistung.
Der Franken als zweischneidiges Schwert
Der Schweizer Franken wertet weiter auf. Der Euro fiel im Oktober 2025 zeitweise auf 0,9210 Franken. Ein Allzeittief seit 2015.
Für Konsumenten klingt das gut. Für Exporteure ist es Gift.
60% der Schweizer Chemie- und Pharmaexporte gehen in die USA. Die US-Zölle wurden zwar von 39% auf 15% gesenkt. Die Sonderzölle von 50% auf Stahl und Aluminium bleiben bestehen.
Im dritten Quartal 2025 sind die Tech-Exporte um 14% geschrumpft. Im Maschinenbau betrug der Rückgang 25%.
Ein starker Franken ist nur dann ein Vorteil, wenn du nicht vom Export lebst. Und die Schweiz lebt vom Export.
Was Entscheider jetzt tun
Klarheit entsteht nicht durch Schönreden. Klarheit entsteht durch Hinsehen.
Die Zahlen zeigen: 2026 wird kein einfaches Jahr. Wer jetzt noch auf Aufschwung hofft, verschwendet wertvolle Zeit.
Entscheider handeln nicht aus Hoffnung. Sie handeln aus Realität.
Das bedeutet: Kosten prüfen. Prozesse straffen. Märkte diversifizieren. Nicht weil es bequem ist. Sondern weil es notwendig ist.
Die MEM-Industrie zeigt, was passiert, wenn du zu lange wartest. Zehn Quartale Rückgang. Kurzarbeit in jedem fünften Betrieb.
Wer jetzt noch zögert, verliert nicht nur Umsatz. Er verliert Momentum.
Status durch Wert, nicht durch Warten
Status entsteht nicht durch Grösse. Status entsteht durch Wert, Wirkung und Tiefe.
2026 wird zeigen, wer wirklich Substanz hat. Wer seine Hausaufgaben gemacht hat. Wer nicht nur redet, sondern umsetzt.
Die Wirtschaft belohnt keine Absichten. Sie belohnt Ergebnisse.
Jan-Egbert Sturm, Direktor der KOF, warnt: "Wenn es ganz schlimm kommt, ist auch eine Rezession nicht mehr auszuschliessen."
Das ist keine Panikmache. Das ist eine Einschätzung basierend auf Daten.
Entscheider unterscheiden sich von Träumern durch eine einzige Fähigkeit: Sie nehmen die Realität an. Und handeln trotzdem.
Deine nächsten Schritte
Prüfe deine Exportabhängigkeit. Analysiere deine Kostenbasis. Frage dich: Wo bin ich verwundbar?
Verwundbarkeit ist keine Schwäche. Verwundbarkeit ignorieren ist Schwäche.
Die Schweizer Wirtschaft steht unter Druck. Der Franken wertet auf. Die Kaufkraft sinkt. Die Prognosen wurden nach unten korrigiert.
Das sind Fakten. Keine Meinungen.
Was du daraus machst, entscheidet über deinen Erfolg in 2026. Nicht die Zahlen selbst.
Tempo ist dein natürlicher Rhythmus. Umsetzung ist deine Sprache. Jetzt ist die Zeit zu beweisen, dass das nicht nur Worte sind.
