Revolut beantragt Schweizer Banklizenz – was das für KMU bedeutet
Revolut hat bei der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht FINMA eine Schweizer Banklizenz beantragt. Gleichzeitig kündigt die Digitalbank Investitionen von mehr als CHF 150 Mio. über fünf Jahre an. Für Unternehmen könnte das den Wettbewerb bei Konten, Zahlungen und Fremdwährungen verschärfen – allerdings erst, wenn die Bewilligung tatsächlich erteilt wird.
Was Revolut in der Schweiz plant
Revolut teilte am 16. September 2026 mit, ein Gesuch für eine Schweizer Banklizenz eingereicht zu haben. Nach Angaben des Unternehmens sollen in den nächsten fünf Jahren mehr als CHF 150 Mio. in den Aufbau und die Expansion des Schweizer Geschäfts fliessen.
Die Schweizer Belegschaft von derzeit rund 30 Mitarbeitenden soll laut Revolut bis Ende 2027 verdreifacht werden. Das Unternehmen gibt zudem an, in der Schweiz bereits 1,3 Millionen Kunden zu haben. Reuters hat die Ankündigung und die genannten Eckwerte unabhängig aufgegriffen.
Wichtig ist die Abgrenzung: Die FINMA hat noch keine Bewilligung bekannt gegeben. Ein eingereichtes Gesuch ist keine erteilte Banklizenz, und der Ausgang sowie die Dauer des Verfahrens sind offen.
Was eine Bewilligung verändern könnte
Revolut bedient Kunden in der Schweiz bisher über die in Litauen lizenzierte Revolut Bank UAB. Mit einer eigenständigen Schweizer Bank will das Unternehmen nach eigenen Angaben unter anderem Lohnkonten, lokale IBAN-Kontonummern, Anlagekonten in Franken und Zugang zur Schweizer Einlagensicherung anbieten.
Sollte die FINMA zustimmen, würde Revolut damit näher an das Angebot etablierter Schweizer Banken rücken. Für den Bankenmarkt steigt der Druck, digitale Prozesse, Auslandzahlungen und Gebührenmodelle verständlich und wettbewerbsfähig zu gestalten.
Was das für Schweizer KMU bedeutet
Für Unternehmen entsteht heute noch kein unmittelbarer Handlungsbedarf. Die Ankündigung ist aber strategisch relevant: Eine zusätzliche Schweizer Bank mit starkem Fokus auf App-Banking und internationale Zahlungen könnte neue Vergleichsmöglichkeiten schaffen – besonders für Firmen mit Fremdwährungen, häufigen Auslandtransaktionen oder verteilten Teams.
Ein möglicher Preisvorteil allein sollte jedoch nicht über einen Wechsel entscheiden. Für Geschäftskunden zählen ebenso Buchhaltungsanbindungen, Mehrbenutzer-Funktionen, Freigabeprozesse, Support, Kreditangebote, Kartenkontrollen und die rechtliche Vertragspartnerin.
Diese Punkte sollten Unternehmer prüfen
Welche Bankgebühren entstehen heute für Kontoführung, Karten und internationale Zahlungen?
Wie gut funktioniert die Anbindung an Buchhaltung und Spesenmanagement?
Welche Einlagensicherung gilt für welches Konto und welche juristische Person ist Vertragspartnerin?
Wie werden Zugriffsrechte, Zahlungsfreigaben und Notfälle geregelt?
Welche Leistungen sind bereits verfügbar – und welche hängen noch von der Schweizer Bewilligung ab?
Noch ist es eine Ankündigung, kein neues Angebot
Die angekündigte Investition zeigt, dass Revolut die Schweiz als wichtigen Wachstumsmarkt betrachtet. Für KMU lohnt sich deshalb ein Blick auf die weitere Entwicklung. Konkrete Wechselentscheide sollten aber erst auf Basis tatsächlich verfügbarer Produkte, verbindlicher Preise und klarer Schweizer Vertragsbedingungen fallen.
Bis zu einer FINMA-Bewilligung bleiben die neuen Schweizer Bankleistungen ein Plan. Genau diese Unterscheidung ist für Unternehmer entscheidend.



