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EasyGov: KMU sparen laut Studie rund CHF 190 pro Behördendienst

  • vor 16 Minuten
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Eine neue Nutzenbewertung beziffert den finanziellen und zeitlichen Vorteil von EasyGov erstmals für den Zeitraum bis Ende 2025. Für Schweizer KMU ist die Botschaft konkret: Digitale Behördengänge können messbar entlasten – und das Angebot soll ab Herbst 2027 deutlich ausgebaut werden.


Rund CHF 190 Nutzen pro abgewickeltem Dienst

Die Universität St. Gallen hat die Plattform im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (SECO) untersucht. Gemäss der am 18. August 2026 veröffentlichten Bewertung sparen Unternehmen pro über EasyGov abgewickeltem Dienst im Median rund eine Stunde Arbeitszeit sowie etwa CHF 125 an externen Kosten. Der berechnete mediane Gesamtnutzen liegt bei rund CHF 190 pro Dienst.


Wichtig ist die Einordnung: Das sind Medianwerte aus einer vom SECO beauftragten Nutzenbewertung und keine garantierte Einsparung für jedes Unternehmen. Der tatsächliche Vorteil hängt vom jeweiligen Behördengang, vom internen Prozess und davon ab, ob sonst externe Unterstützung nötig wäre.


Für den Zeitraum vom Start der Plattform im November 2017 bis Ende 2025 beziffert die Studie den generierten Mehrwert auf rund CHF 46,9 Millionen. Nach Angaben von EasyGov haben sich seit 2017 mehr als 180’000 Unternehmen registriert – damit nutzt mehr als ein Viertel der Schweizer Unternehmen zumindest einen Zugang zur Plattform.


Was EasyGov für Unternehmen bündelt

EasyGov dient als zentraler Online-Schalter für administrative Verfahren. Unternehmen können dort unter anderem Gründungsformalitäten, Handelsregistergeschäfte, Anmeldungen bei Sozialversicherungen und Mehrwertsteuer, Betreibungsbegehren, Arbeitszeitbewilligungen sowie verschiedene Meldungen im Personalbereich abwickeln.


Hinzu kommen Dienstleistungen rund um Marken, SHAB-Meldungen, ausländerrechtliche Verfahren, Adressänderungen, Unternehmensschliessungen und das Schweizer Transparenzregister. Welche Funktion tatsächlich verfügbar ist, kann von Rechtsform, Kanton und Verfahren abhängen.


EasyGov 2.0 soll im Herbst 2027 starten

Das SECO modernisiert die Plattform mit dem Projekt EasyGov 2.0. Die Umsetzungsphase wurde Mitte 2026 freigegeben; der Start der neuen Plattform ist für Herbst 2027 vorgesehen. Behörden sollen zusätzliche digitale Leistungen künftig schneller und standardisierter bereitstellen können.


Für Unternehmen ist das vorerst ein Zeitplan, kein sofortiger Systemwechsel. Bestehende Prozesse sollten deshalb nicht allein wegen der angekündigten Neuausrichtung umgebaut werden. Strategisch relevant ist jedoch, dass EasyGov mittelfristig zur gemeinsamen Infrastruktur von Bund, Kantonen, Städten und Gemeinden ausgebaut werden soll.


Was KMU jetzt konkret prüfen sollten

Der grösste Hebel liegt nicht in der Registrierung allein, sondern in der konsequenten Nutzung für wiederkehrende Verfahren. Geschäftsleitungen können mit einer kurzen Bestandsaufnahme klären, welche Behördengänge heute noch per E-Mail, Papier oder über externe Dienstleister laufen.


  • Wiederkehrende administrative Vorgänge erfassen und mit dem aktuellen EasyGov-Angebot vergleichen.

  • Interne Arbeitszeit und externe Kosten pro Verfahren dokumentieren, um den tatsächlichen Nutzen zu messen.

  • Verantwortung für Konto, Zugriffsrechte und Stellvertretungen eindeutig festlegen.

  • Neue digitale Leistungen bis zum geplanten Start von EasyGov 2.0 im Herbst 2027 regelmässig prüfen.


Gerade bei kleinen Teams kann bereits eine Stunde weniger Administrationsaufwand pro Vorgang spürbar sein. Entscheidend bleibt aber die Prozessdisziplin: Ein zusätzlicher Online-Kanal spart nur dann Aufwand, wenn Doppelspurigkeiten mit Papierablagen, E-Mails und externen Mandaten vermieden werden.


Die unternehmerische Einordnung

Die neue Bewertung liefert ein starkes Signal für die Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen. Gleichzeitig stammt sie aus einem Auftrag des Plattformbetreibers SECO. Unternehmer sollten die ausgewiesenen Medianwerte deshalb als Orientierung und nicht als individuelle Wirtschaftlichkeitsgarantie verstehen.


Für KMU ist die praktische Konsequenz dennoch klar: Wer regelmässig administrative Verfahren abwickelt, sollte prüfen, welche davon bereits vollständig über EasyGov möglich sind. Der erwartete Ausbau ab 2027 erhöht den potenziellen Nutzen – doch die heute verfügbaren Funktionen können schon jetzt Zeit und externe Kosten reduzieren.

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