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VW-Rückruf in der Schweiz: Was Unternehmen mit Firmenfahrzeugen jetzt prüfen müssen

vor 12 Stunden
2 Min. Lesezeit

Rund 66’000 Fahrzeuge von VW, Audi, Seat und Skoda werden in der Schweiz wegen eines möglichen Problems an der Lenkung zurückgerufen. Für Unternehmen mit Firmenwagen ist das mehr als eine technische Randnotiz: Sie müssen betroffene Fahrzeuge identifizieren, Werkstatttermine planen und mögliche Ausfälle auffangen.


Was beim Rückruf bekannt ist

Nach Angaben der Schweizer Importeurin AMAG betrifft die Rückrufaktion rund 66’000 Fahrzeuge in der Schweiz. Allein auf die Marke VW entfallen 40’073 Autos, auf Audi 8’619. Weitere Fahrzeuge der Konzernmarken Seat und Skoda sind ebenfalls betroffen.

Der Grund ist eine Schraubverbindung an der Lenkung. Unter langjähriger Einwirkung von Streusalz kann Korrosion entstehen. Im ungünstigsten Fall kann die Verbindung brechen und die Lenkfunktion ausfallen. Die betroffene Schraube soll in der Werkstatt durch eine korrosionsbeständigere Ausführung ersetzt werden.

Zu den genannten VW-Modellen gehören unter anderem Tiguan, Touran, Golf Variant, Caddy und Golf aus unterschiedlichen Produktionszeiträumen zwischen September 2013 und Juli 2024. Bei Seat werden unter anderem Ateca und Tarraco aus den Baujahren 2016 bis 2024 genannt. Ob ein konkretes Fahrzeug betroffen ist, lässt sich zuverlässig nur anhand der Fahrgestellnummer klären.


Warum Firmenflotten jetzt handeln sollten

Ein Rückruf dieser Grösse kann Betriebe in zwei Bereichen treffen: bei der Sicherheit und bei der Einsatzplanung. Besonders Unternehmen mit Servicefahrzeugen, Aussendienstflotten oder Lieferwagen sollten nicht warten, bis ein einzelner Fahrer eine Benachrichtigung weiterleitet.

Die Rückrufaktion bedeutet nicht, dass jedes betroffene Fahrzeug unmittelbar ausfällt. Der mögliche Lenkungsverlust macht eine systematische Prüfung trotzdem notwendig. Gleichzeitig können viele gleichzeitige Werkstattanfragen zu Engpässen führen.


Diese vier Schritte sind jetzt sinnvoll

  • Fahrzeugliste erstellen: Marke, Modell, Erstzulassung, Fahrgestellnummer und verantwortliche Person zentral erfassen.

  • Betroffenheit prüfen: Mit Fahrgestellnummer beim Markenpartner, Leasinganbieter oder Flottenmanager abklären, ob das Fahrzeug Teil der Aktion ist.

  • Werkstatttermine bündeln: Termine frühzeitig koordinieren und Fahrzeuge mit hoher täglicher Laufleistung priorisieren.

  • Ausfälle absichern: Ersatzfahrzeuge, Tourenplanung und Kundentermine für den Werkstattzeitraum vorbereiten.


Bei geleasten Fahrzeugen sollte zusätzlich geklärt werden, wer den Werkstatttermin organisiert und wie Ersatzmobilität geregelt ist. Unternehmen sollten die Durchführung der Massnahme intern dokumentieren, damit Fahrzeugverantwortliche und Fahrer denselben Informationsstand haben.


Was Unternehmen nicht tun sollten

Auf Modelllisten allein sollte sich niemand verlassen. Produktionszeiträume, Ausstattungen und Länderzuordnungen können sich unterscheiden. Entscheidend ist die konkrete Fahrzeugidentifikation über die Fahrgestellnummer.

Auch eine fehlende Warnleuchte ist kein verlässlicher Nachweis, dass ein Auto nicht betroffen ist. Massgeblich sind die Rückrufinformation des Herstellers beziehungsweise Importeurs und die Prüfung durch den autorisierten Servicebetrieb.


Der Unternehmer-Check

Für kleinere Betriebe reicht oft eine einfache Tabelle mit allen Firmenfahrzeugen. Grössere Flotten sollten die Aktion über das bestehende Fuhrparkmanagement steuern. Wichtig ist, dass eine Person die Verantwortung übernimmt und Rückmeldungen aus Werkstatt, Leasing und Fahrerkreis zusammenführt.

Die zentrale Frage lautet nicht nur, ob ein Auto betroffen ist. Entscheidend ist auch, welche betrieblichen Folgen ein kurzfristiger Werkstattaufenthalt hätte. Wer Ersatz und Termine jetzt plant, reduziert Sicherheitsrisiken und vermeidet unnötige Unterbrüche.


Fazit: Fahrgestellnummer statt Vermutung

Der Rückruf betrifft in der Schweiz eine grosse Zahl von Fahrzeugen und reicht über mehrere Marken und Modellgenerationen. Für Unternehmen ist deshalb eine strukturierte Kontrolle sinnvoll.

Firmen sollten ihre Fahrzeugbestände anhand der Fahrgestellnummer prüfen lassen, Termine frühzeitig koordinieren und die Einsatzplanung absichern. Der Aufwand ist überschaubar – ein ungeplanter Ausfall im Betrieb wäre deutlich teurer.

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