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Tomi und Jeannette Schärer Hansen: Warum erfolgreiche Unternehmer oft an ihrer Partnerschaft scheitern

vor 15 Minuten
5 Min. Lesezeit

Warum Tomi und Jeannette Schärer Hansen überzeugt sind, dass die wichtigste Fähigkeit einer erfolgreichen Partnerschaft kaum jemand jemals gelernt hat.


Viele Unternehmer investieren Jahre in ihre fachliche Entwicklung. Sie lernen führen, verkaufen, verhandeln, Mitarbeitende motivieren und Unternehmen aufbauen. Doch ausgerechnet auf die wichtigste Partnerschaft ihres Lebens bereitet sie kaum jemand vor.


Für Tomi Schärer und Jeannette Schärer Hansen ist genau das einer der Hauptgründe, weshalb so viele Partnerschaften scheitern. Nicht weil Menschen zu wenig lieben. Sondern weil ihnen niemand die Grundlagen vermittelt hat, die eine erfüllte Partnerschaft langfristig trägt. Stattdessen erhalten viele oberflächliche Beziehungstipps. Sie sollen mehr Zeit miteinander verbringen oder die Liebessprache ihres Partners lernen. Doch was echte emotionale Nähe und Sicherheit entstehen lässt, werde dabei oft gar nicht erkannt.


Diese Erkenntnis entstand nicht aus Lehrbüchern, sondern aus ihrer eigenen Geschichte.

Die Beziehung wurde zu ihrem grössten Lehrer

Bevor Tomi Schärer und Jeannette Schärer Hansen heute andere Paare begleiten, standen sie selbst kurz vor der Trennung. Beruflicher Druck, Kinder, Krankheit in der Familie und die Herausforderungen des Alltags führten dazu, dass sie sich immer weiter voneinander entfernten.


Anstatt getrennte Wege zu gehen, stellten sie sich eine andere Frage:

Warum lernen wir alles Mögliche im Leben – aber nicht, wie Partnerschaft wirklich funktioniert?


Auf der Suche nach Antworten lasen sie über 250 Bücher, besuchten Seminare, Coachings, Weiterbildungen und Retreats und investierten mehr als 30'000 Franken in ihre persönliche Entwicklung.


Heute sagen sie, dass viele ihrer Klienten in wenigen Monaten lernen können, wofür sie selbst rund 15 Jahre gebraucht haben.


Warum ausgerechnet in Partnerschaften die meisten Konflikte entstehen

Schärer Hansen erklärt dieses Phänomen mit einem Gedanken, der viele überrascht.

Das Wort Person stammt vom lateinischen Persona und bedeutet ursprünglich Maske.

Genau das tun Menschen nach ihrer Ansicht jeden Tag.


Im Unternehmen tragen sie die Maske des souveränen Unternehmers. Beim Kunden die des kompetenten Beraters. Im Freundeskreis die des lockeren Kollegen. Eltern versuchen die perfekte Mutter oder den starken Vater zu sein. In einer Partnerschaft werde das jedoch auf Dauer unmöglich.


Nicht weil Menschen es nicht wollten, sondern weil es schlicht zu anstrengend wäre, rund um die Uhr eine Rolle zu spielen. Irgendwann fallen die Masken. Genau deshalb kommen in einer Partnerschaft auch jene Emotionen zum Vorschein, die im Alltag oft unterdrückt werden.


Für Schärer Hansen ist das kein Zeichen einer schlechten Partnerschaft. Im Gegenteil. Erst dort, wo Masken fallen, können sich zwei Menschen wirklich begegnen.

Der Partner ist fast nie das Problem

Eine Aussage zieht sich wie ein roter Faden durch ihre Arbeit:

Der Partner ist fast nie das Problem. Er ist lediglich der Auslöser.

Viele Menschen glauben, ihr Gegenüber sei verantwortlich für ihre Wut, ihre Enttäuschung oder ihre Verletzung. Für Schärer Hansen beginnt genau dort das eigentliche Missverständnis.


Der Partner drückt lediglich auf einen Knopf, der schon lange existiert. Alte Verletzungen, Glaubenssätze und Unsicherheiten werden in einer Partnerschaft sichtbar, weil genau dort niemand seine Emotionen dauerhaft verstecken kann.

Deshalb sehen sie Konflikte nicht als Zeichen dafür, dass eine Partnerschaft nicht funktioniert. Sie sehen darin die Chance, sich selbst besser kennenzulernen. Wer beginnt, Verantwortung für die eigenen Emotionen zu übernehmen, verändert nicht nur die Partnerschaft, sondern auch sich selbst.


Erfolgreich im Business – sprachlos bei den eigenen Gefühlen

Gerade bei Unternehmern beobachten Schärer Hansen immer wieder ein ähnliches Muster.


Sie führen Mitarbeitende, treffen schwierige Entscheidungen und übernehmen grosse Verantwortung. Im Handeln seien viele aussergewöhnlich stark.

Doch sobald die Frage komme: «Was fühlst du gerade?», werde es häufig still.

Schärer kennt das aus eigener Erfahrung. Während ihrer eigenen Krise fragte Hansen ihn eines Tages, wie es ihm wirklich gehe. Seine Antwort lautete lediglich:

«Gut.»

Mehr konnte er damals nicht sagen.

Erst viel später sprach er zum ersten Mal aus, was tatsächlich hinter seiner Fassade steckte.

«Ich habe Angst zu versagen.»

Für Hansen veränderte dieser Satz alles. Zum ersten Mal erkannte sie, dass nicht nur sie selbst mit Unsicherheiten kämpfte. Auch der Mann, der nach aussen immer stark wirkte, hatte Ängste. Aus zwei Menschen, die gegeneinander kämpften, wurden wieder zwei Menschen, die begannen, einander zu verstehen. Genau dieses gegenseitige Verständnis schuf neues Vertrauen und eine tiefere Verbindung.


Warum Männer und Frauen sich gegenseitig ergänzen

Schärer beschreibt, dass Männer und Frauen über viele Generationen unterschiedliche Fähigkeiten entwickeln mussten.


Während Männer gelernt hätten, Gefühle zu unterdrücken, um handlungsfähig zu bleiben, hätten Frauen ihre emotionale Wahrnehmung stärker entwickelt. Sie mussten spüren, was ihre Kinder brauchten, lange bevor diese ihre Bedürfnisse in Worte fassen konnten.


Heute brauche es jedoch beides. Nicht den Kampf zwischen Verstand und Gefühl.

Sondern das Zusammenspiel. Für Schärer Hansen beginnt Partnerschaft dort, wo beide lernen, sowohl ihre Emotionen wahrzunehmen als auch Verantwortung dafür zu übernehmen. Erst dann ergänzen sich ihre unterschiedlichen Stärken, anstatt gegeneinander zu arbeiten.


Der Pauseknopf statt Eskalation

Ein Werkzeug, das Schärer Hansen ihren Paaren immer wieder mitgeben, ist überraschend einfach.

Sie lernen, bewusst auf den Pauseknopf zu drücken.

Nicht, um einem Konflikt auszuweichen. Sondern um ihn besser lösen zu können.

Wenn einer merkt, dass die Emotionen übernehmen, dürfe er ehrlich sagen:

«Stopp. Ich merke, ich bin gerade total emotional. Ich brauche eine halbe Stunde für mich. Danach komme ich zurück und wir sprechen weiter.»

Für Schärer Hansen ist genau das emotionale Verantwortung.

Nicht Recht zu haben. Sondern zuerst das eigene Nervensystem wieder zur Ruhe kommen zu lassen. Denn echte Verbindung entstehe nicht unter Anspannung, sondern unter Entspannung.


Wenn sie plötzlich «zickig» wird, ist das ein Alarmzeichen

Ein Gedanke aus ihrer Arbeit bleibt besonders hängen.

Wenn eine Frau gereizt reagiert, sehen viele Männer lediglich ihr Verhalten.

Schärer Hansen sehen etwas anderes.


Nach ihrer Erfahrung steckt hinter dieser Gereiztheit häufig Hilflosigkeit. Der Versuch, den Partner emotional überhaupt noch zu erreichen.


Viele Männer reagieren darauf jedoch mit Rückzug. Nach einem langen Arbeitstag sehnen sie sich nach Ruhe und flüchten lieber in die Stille, zum Sport oder beschäftigen sich mit anderen Dingen. Genau dadurch entfernt sich das Paar jedoch immer weiter voneinander.


Weitere Warnsignale seien Gespräche, die sich ständig im Kreis drehen, fehlende Ehrlichkeit oder das Gefühl, dem Partner nicht mehr alles erzählen zu können.

Nicht diese Situationen seien das eigentliche Problem.

Sie seien vielmehr ein Alarmzeichen dafür, dass sich beide voneinander entfernt haben.


Villa von den Retreats
Villa von den Retreats

Warum manche Paare auch nach 30 Jahren noch glücklich sind

Zum Abschluss stellt sich eine Frage, die viele beschäftigt:

Was machen Paare anders, die nach 30 oder 40 Jahren immer noch glücklich miteinander sind? Schärer Hansen lächeln. Sie raten davon ab, solchen Aussagen blind zu glauben. Von aussen wirke eine Partnerschaft oft harmonisch. Das bedeute jedoch nicht, dass es in all den Jahren keine Krisen gegeben habe.


Nach ihrer Erfahrung erlebt jedes Paar schwierige Phasen. Der Unterschied liegt nicht darin, ob Konflikte entstehen, sondern wie Menschen mit ihnen umgehen.

Wer bereit ist, sich selbst immer wieder zu hinterfragen, Verantwortung für die eigenen Emotionen zu übernehmen und gemeinsam zu wachsen, hat die Chance, auch nach Jahrzehnten noch eine erfüllte Partnerschaft zu führen.


Partnerschaft ist deshalb kein Zustand, den man irgendwann erreicht.

Sie ist eine Entscheidung, die zwei Menschen jeden Tag aufs Neue treffen.

Und genau darin sehen Tomi Schärer und Jeannette Schärer Hansen den vielleicht grössten Unterschied zwischen einer Beziehung und einer echten Partnerschaft.


Tomi Schärer und Jeannette Schärer Hansen sind Gründer der Paarberatung Schärer Hansen. Sie begleiten Menschen auf dem Weg zu erfüllten Partnerschaften.



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