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Menschen mit Bedeutung aus der schweizer Wirtschaft

Warum deine Website dich täglich Geld kostet - Sandro Kurmann teilt sein Geheimnis

  • vor 18 Stunden
  • 4 Min. Lesezeit
Sandro Kurmann - CEO Desandro
Sandro Kurmann - Inhaber Desandro

Du hast 15'000 Franken in deine Website investiert. Sie sieht professionell aus. Modern. Genau wie die Konkurrenz.


Und trotzdem passiert nichts.


Sandro Kurmann, Webdesigner und Experte für verkaufspsychologisches Design, kennt dieses Muster. "Ich erkenne das Problem, wenn ich innerhalb von 5 Sekunden nicht weiss, um was es geht auf der Webseite", sagt er. "Wenn die Botschaften unklar sind. Wenn ich nicht weiss, wer angesprochen werden soll und welches Problem gelöst wird."

Das Problem ist nicht, dass deine Website schlecht aussieht. Das Problem ist, dass sie nicht verkauft.


Sandro Kurmann teilt den 50-Millisekunden-Moment

Nutzer benötigen etwa 50 Millisekunden, um sich eine Meinung über deine Website zu bilden. Das sind 0.05 Sekunden. In dieser Zeit liest niemand Text. In dieser Zeit analysiert niemand dein Angebot.


In dieser Zeit entscheidet das Gehirn: Bleiben oder gehen?

"Es soll ein Bild im Kopf kreieren", erklärt Kurmann. "Wenn jemand auf die Webseite kommt und den ersten Satz liest, dann entsteht im besten Fall ein Bild im Kopf der Person. Wenn es kein Bild gibt, dann ist der User sicher weniger motiviert zum Weiterscrollen."


Die Wissenschaft bestätigt das 94% der ersten Eindrücke sind designbezogen. Dein Gehirn trifft Entscheidungen, bevor du auch nur einen Button geklickt hast.


Websites, die in einer Sekunde laden, erreichen Conversion-Raten, die etwa dreimal höher sind als bei Websites, die fünf Sekunden benötigen.

Das ist kein Detail. Das ist der Unterschied zwischen Gewinn und Verlust.


Der "Herzlich Willkommen"-Fehler

Auf tausenden von Websites steht im Hero-Bereich – dem ersten Bereich, den Besucher sehen – der Satz "Herzlich Willkommen".


"Das ist mega schade um den Platz", sagt Kurmann. "Es steht so prominent auf einer Webseite, und ich finde, man könnte den Platz ganz anders nutzen."

Warum denken so viele Unternehmer, dass das funktioniert?


"Wahrscheinlich, weil Personen es einfach nicht besser wissen. Oftmals liest man ja 'Herzlich Willkommen' in einem Restaurant oder in einer Location. Und viele projizieren das auf die Webseite. Das ist nicht bewusst schlecht – es fehlt einfach das Know-how."


Der Denkfehler: Du überträgst Offline-Höflichkeit auf ein digitales Verkaufsinstrument.

Die Realität: Wenn jemand ein Problem hat und aktiv auf Google danach sucht, dann will er die Lösung sehen. Sofort. Nicht Höflichkeitsfloskeln.


"Wenn ich eine Webseite von Mitbewerbern besuche, und dort wird genau die Lösung für mein Problem schon auf den ersten Moment beschrieben, dann verdoppelt sich die Chance, dass ich zumindest mal weiterscrollen", erklärt Kurmann. "Oder das Verlieren gegen die Mitbewerber ist quasi garantiert."


Was dich das konkret kostet

Die Top 25% der Websites haben Conversion-Raten von mindestens 5.31%.

Die Top 10% liegen bei 11% oder mehr. Der Durchschnitt? Unter 3%.

Rechne das für dein Business durch: Wenn du 10'000 Besucher pro Monat hast und bei 2% Conversion-Rate bleibst, während die Konkurrenz bei 4% liegt, verlierst du systematisch die Hälfte deiner potenziellen Kunden. Monat für Monat.


"Das müsste ich mal in einer Studie machen", sagt Kurmann über die exakten Kosten. "Ich würde sagen, vielleicht 50%. Du könntest fast nur den Satz wechseln und die Chance verdoppeln, dass jemand weiterscrollt."


Eine Sekunde Verzögerung bei mobilen Ladezeiten beeinträchtigt die Conversion-Rate um bis zu 20%. Wenn die Ladezeit von 2 auf 5 Sekunden steigt, klettert die durchschnittliche Absprungrate von 9% auf 38%. Deine Website kostet dich nicht nur Geld in der Entwicklung. Sie kostet dich täglich Umsatz.


Struktur schlägt Design

"Wenn ich mich für eines entscheiden müsste, dann ist die Struktur wichtiger", sagt Kurmann klar. "Der psychologische Aufbau einer Webseite ist wichtiger als das Webdesign." Das heisst nicht, dass Design irrelevant ist.

"Im besten Fall steht natürlich beides. Ich finde es auch wichtig, dass das Design etwas hermacht. Das Thema Halo-Effekt: Wenn das Webdesign entsprechend hochwertig oder professionell aussieht, wirkt das auch nochmal auf den Gesamteindruck. Der User geht eher davon aus, dass die Dienstleistung dahinter auch professionell ist."

Die Priorität ist entscheidend.

Struktur vor Ästhetik. Psychologie vor Bauchgefühl. Wirkung vor Spielerei.

Was fehlt auf den meisten Websites?

"Ein klares Ziel", sagt Kurmann. "Viele Webseiten teilen Informationen, nur was soll der User im besten Fall tun? Das fehlt oftmals. Es fehlt die Motivation, was er genau machen soll. Sei es ein Kennenlern-Gespräch buchen oder ein Dokument herunterladen. Oftmals wird der User nicht durch den Prozess geführt."


Die Verantwortung des Designers

Viele Webdesigner sagen: "Ich setze um, was der Kunde will. Wenn es nicht funktioniert, ist das sein Problem." Kurmann sieht das anders. "Ich berate meine Kunden entsprechend aus meiner Erfahrung, aus meinen Skills, wie so etwas aussehen könnte.


Wenn der Kunde seine eigenen Vorstellungen durchboxen möchte, dann kommuniziere ich das: Ich würde das und das so machen aus diesen und diesen Gründen. Du musst immer begründen."


Manche Kunden sind offen für Vorschläge. Andere nicht.

"Es gab auch Kunden, die meine Vorschläge gar nicht umsetzen wollten. Die haben wirklich ein Bild im Kopf gehabt und wollten es so eins zu eins umsetzen. Dann ist das für mich auch okay, und dann mache ich das so, wie sie es wollen."


Die Grenze?

"Eine hundertprozentige Garantie gibt es eh nicht. Das ist so, und das kommuniziere ich auch immer offen und ehrlich. Ich würde nie sagen: Du generierst mit meiner Zusammenarbeit fix wöchentlich zehn neue Kunden. Das sind zu viele Parameter, die ich nicht beeinflussen kann."


Die Verantwortung des Designers endet dort, wo die Umsetzung des Unternehmers beginnt. Du kannst das beste Verkaufsinstrument bauen – wenn der Unternehmer nicht weiss, wie er es einsetzt, nützt es nichts.


KI nimmt Webdesignern den Job?

Die Frage hört Kurmann oft. Seine Antwort ist klar: "KI ist kein Konkurrent – KI ist mein Werkzeug." Statt sich gegen die Technologie zu stellen, hat er sie sich zunutze gemacht. Sei es als Sparring Partner für Website-Konzepte oder als effizientes Tool für Website-Analysen. 


Über mehrere Wochen entwickelte er einen eigenen KI-gestützten Website-Check , der kostenlos und für jeden über seine Webseite zugänglich ist. Das Tool analysiert eine Website auf Dutzende psychologische, strukturelle und technische Parameter und liefert einen konkreten Report mit dem vorhandenen Optimierungspotenzial.


"Was früher 30 bis 45 Minuten gedauert hätte, kann ich heute in Minuten analysieren. Ich kann meinen Kunden noch schneller zeigen, wo ihr Geld verloren geht – und wie man es zurückgewinnt." KI macht Kurmann nicht überflüssig. Sie macht ihn noch besser.


Was jetzt zu tun ist

Öffne deine Website. Gib dir 5 Sekunden. Weisst du in diesen 5 Sekunden, wer angesprochen wird und welches Problem gelöst wird?

Wenn nicht, verlierst du täglich Geld.


"Man darf es wirklich so sehen als Mitarbeiter, als Verkäufer, der im besten Fall den Vertrieb optimal unterstützen soll", sagt Kurmann. "Eine Webseite ist mehr, als nur gut auszusehen und gewisse Kontaktinformationen zu hinterlegen."

Deine Website ist kein Kunstprojekt. Sie ist ein Verkaufsinstrument.


 
 
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