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Berner Wirtschaft im Umbruch: «Die Exportunternehmen bluten langsam aus» – und doch gibt es Gewinner

  • vor 23 Stunden
  • 3 Min. Lesezeit

Du führst ein Exportunternehmen im Kanton Bern. Die Zahlen sind da. Sie lügen nicht.

Das BIP-Wachstum sinkt 2026 auf 1,0 Prozent. Die Tech-Industrie, Uhrenindustrie, Chemie-Branche – alle rechnen mit sinkenden Auslandsumsätzen. Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse, bringt es auf den Punkt: «Wir rechnen 2026 mit weniger hohen Umsätzen.»

Die Frage ist nicht, ob der Druck kommt. Er ist bereits da.

Die Frage ist: Überlebst du ihn?

Der Franken frisst deine Marge – und niemand spricht darüber

Der Schweizer Franken nähert sich einem Zehnjahreshoch. Jede Aufwertung um ein Prozent bedeutet einen Rückgang der Warenexporte um 0,3 bis 0,5 Prozent.

Du stehst vor einer brutalen Entscheidung:

Preise senken – und deine Marge opfern. Preise halten – und Marktanteile verlieren.

Beides tut weh. Beides kostet. Und während du überlegst, handeln deine Wettbewerber bereits.

Die Frankenstärke verteuert deine Produkte auf dem Weltmarkt. Deine Kunden zahlen mehr. Deine Konkurrenz aus der EU und Asien wird attraktiver.

Das ist kein vorübergehendes Problem. Das ist die neue Realität.

US-Zölle: Der Deal, der keiner ist

Die Handelskammer Bern warnte im Juli 2025 explizit: US-Zölle belasten Berner Exportunternehmen massiv.

Es gibt einen Zolldeal. 15 Prozent Zoll statt mehr. Das klingt nach Entlastung.

Ist es nicht.

15 Prozent bedeuten eine deutliche Verschlechterung gegenüber 2024. Der Deal schafft keine Planungssicherheit. Er verschafft dir Zeit. Mehr nicht.

Zeit, um dein Geschäftsmodell zu überdenken. Zeit, um neue Märkte zu erschliessen. Zeit, um effizienter zu werden.

Nutzt du diese Zeit – oder hoffst du, dass alles wieder wird wie früher?

Gewinner und Verlierer: Die Spaltung der Berner Wirtschaft

Nicht alle leiden. Einige Branchen wachsen trotz Krise.

Pharma und Medizinaltechnik sind die klaren Gewinner. Unternehmen wie CSL Behring, Galenica und Haag-Streit boomen. Ihre Umsätze steigen 2026 – als einzige Ausnahme in der Schweizer Exportbranche.

Auch Dienstleistungsexporte, Bankgeschäfte, Grosshandel und Tourismus zeigen positives Wachstum.

Die MEM-Branche (Maschinen, Metall, Elektro) kämpft seit Jahren. Die Beschäftigtenzahlen in der Berner Industrie stagnieren. Im Espace Mittelland entwickelte sich der Industriesektor von 2011 bis 2021 sogar rückläufig.

Die Spaltung ist real. Wer in der falschen Branche steckt, blutet langsam aus. Wer in der richtigen ist, profitiert vom Umbruch.

Wo stehst du?

Der Arbeitsmarkt zeigt erste Risse

Die Arbeitslosenquote steigt 2026 voraussichtlich auf 3,0 Prozent. Das klingt moderat. Ist es auch.

Trotzdem: Der Schweizer Arbeitsmarkt zeigt erste Risse.

Unternehmen fokussieren sich auf Effizienzsteigerungen und Kostendisziplin. Neueinstellungen? Selten. Belegschaftsausbau? Fehlanzeige.

Du merkst es in deinem eigenen Betrieb. Jede offene Stelle wird hinterfragt. Jede Investition dreimal geprüft.

Das ist kein Krisenmodus. Das ist der neue Normalzustand.

Geopolitische Unsicherheiten lähmen Investitionen

Die geoökonomischen Spannungen nehmen zu. Handelsbeziehungen werden unsicherer. Unternehmen verschieben Investitionsentscheidungen.

40 Prozent der Unternehmen erwarten keine Einbussen. Bei den anderen handelt es sich oft um moderate Rückgänge.

2026 ist ein Strukturwandel-Jahr. Kein klassisches Krisenjahr.

Das bedeutet: Wer sich anpasst, überlebt. Wer abwartet, verliert.

Musst du dein Geschäftsmodell wirklich überdenken?

Die ehrliche Antwort: Ja.

Die Zeiten, in denen du einfach produzieren und exportieren konntest, sind vorbei. Die Märkte verändern sich. Die Kosten steigen. Die Margen schrumpfen.

Du hast drei Optionen:

1. Effizienz steigern – Prozesse optimieren, Kosten senken, Automatisierung vorantreiben. 2. Neue Märkte erschliessen – Weniger abhängig von einzelnen Regionen werden. 3. Geschäftsmodell transformieren – Vom reinen Produktverkauf zu Dienstleistungen, Abos, Lösungen.

Keine dieser Optionen ist einfach. Alle erfordern Mut, Kapital und Durchhaltevermögen.

Die Frage ist nicht, ob du handeln musst. Die Frage ist, wann du anfängst.

Die Gewinner handeln jetzt – nicht morgen

Pharma und Medizinaltechnik zeigen, wie es geht. Sie investieren in Innovation. Sie erschliessen globale Märkte. Sie bauen Wettbewerbsvorteile auf, die andere nicht kopieren können.

Du musst nicht in der Pharma-Branche sein, um zu gewinnen. Du musst nur verstehen, was die Gewinner anders machen:

Sie warten nicht auf bessere Zeiten. Sie schaffen sie.

Sie nutzen den Umbruch als Chance. Sie investieren, während andere sparen. Sie bewegen sich, während andere erstarren.

Die Berner Wirtschaft befindet sich im Umbruch. Exportunternehmen stehen unter Druck. Einige bluten langsam aus.

Andere wachsen.

Zu welcher Gruppe gehörst du?

 
 
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